Fernwärme

Unter Flims fliessen zahlreiche unterirdische Wasserläufe hindurch. Diese Karstsysteme speisen die Gewässer in unserer Region. Aus diesem Grund dürfen in weiten Teilen der Gemeinden keine Erdsondenbohrungen mehr gemacht werden. Dafür kommt das ökologische Fernwärmesystem zum Zug. Die bereits bestehenden Energiezentralen Stenna und Dorf produzieren sowohl Strom als auch Heizenergie zur zentralen Wärmeversorgung der Wohnsiedlungen in Flims.

Ausbau Fernwärmenetz

Der Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energie ist durch den Fernwärmenetzausbau in Flims im 2022 gelungen. Dabei wurde das Fernwärmenetz Dorf um 1500 m Rohrleitung, was eine Leistungsabgabe von 1825 kW ermöglicht, erweitert. Das Netz Stenna wurde wiederum um 600 m Rohrleitung erweitert. Dies ermöglicht eine Leistungsabgabe von 575 kW pro Jahr.

In der Energiezentrale Stenna wird seit 2018 die aus dem Flembachwasser gewonnene Wärme über zwei grosse Wärmepumpen in Heizwärme mit einer Temperatur von 68°C gewandelt. So können bereits heute jährlich rund 500 000 Liter Heizöl eingespart und damit der Ausstoss von 1200 Tonnen CO2 vermieden werden.

Projektstand Netz Stenna 2023

Das erste errichtete Fernwärmenetz in Flims wird von der Energiezentrale Stenna, beim Hauptsitz der Flims Electric aus gespeist. Dieses versorgt neben dem Stennazentrum und der Schule, diverse weitere Liegenschaften mit nachhaltiger Wärmeenergie.

Das Leistungsangebot für das Teilnetz Stenna ist zurzeit weitgehend ausgeschöpft. Mit dem vorantreiben von Effizienz- und Optimierungmassnahmen, sowohl bei den Kunden (z.B. Wärmedämmung) als auch bei der Wärmebereitstellung, sollen aber künftig zusätzliche Anschlüsse ermöglicht werden.

Aktualisiert am 17.10.2023

In der Energiezentrale Dorf dient das Karstwasser aus dem Umfahrungstunnel seit 2021 als Wärmequelle. Mit Hochleistungswärmepumpen wird dabei die nicht nutzbare Umweltenergie in nutzbare Heizenergie umgewandelt. Damit können 580 000 Liter Heizöl und 1400 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Projektstand Netz Dorf 2023
Mit der Energiezentrale Dorf im Untergeschoss der Eventhalle, ging das zweite Fernwärme-Teilnetz in Flims in Betrieb um entlang der Via Nova zahlreiche Liegenschaften zu versorgen.
Das Leistungsangebot für das Teilnetz Dorf ist zurzeit weitgehend ausgeschöpft. Mit dem vorantreiben von Effizienz- und Optimierungmassnahmen, sowohl bei den Kunden (z.B. Wärmedämmung) als auch bei der Wärmebereitstellung, sollen aber künftig zusätzliche Anschlüsse ermöglicht werden.
Aktualisiert am 17.10.2023

Nach Inbetriebsetzung wird die Energiezentrale Vallorca das aus dem Umfahrungstunnel abfliessende Bergwasser als Wärmequelle nutzen. Analog der Energiezentralen Stenna und Dorf wird mittels elektrischer Hochleistungswärmepumpen ein Temperaturhub auf rund 65 °C Warmwasser ermöglicht, um damit erneuerbare Fernwärme für das Gebiet Vallorca bereitzustellen. 

Projektstand Netz Vallorca 2023
Mit der Energiezentrale Vallorca wird das dritte Teilnetz der Fernwärme Flims gebaut und ab Frühjahr 2024 mit nachhaltiger Wärme versorgt.                   
Die Verbindungsleitung entlang der Via Nova von der Zentrale zum Quartier Vallorca hin, wurde im Sommer/Herbst 2023 fertiggestellt. Für 2024 ist im Wesentlichen die Erschliessung der Via Caglims und im Folgejahr 2025 die Via las Pleuncas geplant.

Aktualisiert am 17.10.2023

Anschlussbeitrag
Der einmalige Anschlussbeitrag an das Fernwärmenetz deckt die Kosten der in der Liegenschaft installierten Wärmeübergabestation, sowie der Leitungen von der Hauptleitung ins Gebäude. Zudem sind Anteile an den Bau der Hauptleitungen und der Energiezentrale eingerechnet. Die Höhe des Anschlussbeitrages ist an die individuell benötigte Maximalleistung gekoppelt.

Grundpreis
Der monatlich bezahlte Grundpreis für die Energielieferung deckt den Unterhalt und den Betrieb der Energiezentrale und des Fernwärmenetzes. Die Höhe des Grundpreises ist Abhängig von der installierten Wärmeleistung. Zudem wird dieser jährlich dem aktuellen Kostenstand des Landesindex der Konsumentenpreise angepasst.

Arbeitspreis
Der monatlich bezahlte Arbeitspreis ist an die bezogene Energie pro kWh gekoppelt und deckt die Kosten für die Betriebsmittel der Energiezentralen (z.B. den Strom für die Wärmepumpen, Biomasse als Brennstoff, Heizöl für die Spitzendeckung, usw.) Der Preis pro kWh wird jährlich dem aktuellen Kostenstand des Landesindex der Konsumenten-, Elektrizitäts- und Heizölpreisen angepasst.

Die Flims Electric bietet mit ihrem Fernwärmenetz eine ökologische und nachhaltige Alternative zur Wärmebereitstellung. Standortbedingt kommen in Flims für zahlreiche Liegenschaften bestimmte Heizungsoptionen nicht in Frage. Bei Neubauten oder beim Ersatz des Wärmeerzeugers gilt es die Optionen unter Berücksichtigung sämtlicher relevanten Faktoren sorgfältig abzuwägen.

Ersatz Wärmeerzeuger
Ein Heizungsersatz in bestehenden Wohnbauten ist an Bedingungen geknüpft (Energienachweis EN-120). So müssen mindestens 10% des Energiebedarfs eingespart oder mit erneuerbarer Energie abgedeckt sein. Das Amt für Energie und Verkehr des Kanton Graubünden schlägt daher 11 Standardlösungen vor, diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Luft-Wasser-Wärmepumpen
Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die unmittelbare Umgebungsluft als Energiequelle, in dem dieser Wärme entzogen und auf ein höheres Temperaturniveau angehoben wird. Durch die abgekühlte Abluft hat die Luft-Wärmepumpe bereits ab Aussentemperaturen unter 7°C mit Frostbildung zu kämpfen. Dadurch wird ein Enteisungssystem aktiviert, was zwar der Wärmepumpe ermöglicht zu arbeiten, aber einen wesentlich höheren Strombedarf verursacht. Dadurch wird die Leistungszahl stark verschlechtert und die Wärmepumpe arbeitet mit einem tieferen Wirkungsgrad. Flims liegt mit rund 1’100 m.ü.M gerade an der Grenze zu einer mittleren Jahrestemperatur von rund 7°C. Damit verläuft die Grenze (<7.3°C) für förderberechtigte Luft-Wasser-Wärmepumpen quer durch Flims.

Geothermie/Tiefenbohrungen
Sole-Wasser-Wärmepumpen nutzen das Erdreich als Wärmequelle. Dabei wird eine mit Frostschutzmittel versetzte Flüssigkeit (Wasser oder Sole) in üblicherweise 120-150m tiefe Erdbohrungen gepumpt, um das in tieferen Erdschichten höhere Temperaturniveau zu nutzen. Je nach Wärmebedarf werden tiefere Bohrungen, oder mehrere Bohrungen in sogenannten Sondenfelder angelegt. Entsprechende Bohrungen sind in der Region Flims nicht oder nur bedingt zulässig, aufgrund des darunter liegenden natürlichen Karstsystems. Dieses besteht aus zahlreichen unterirdischen Wasserläufen, welche die regionalen Gewässer speisen.

Unser Angebot

Bei Immobilien in Flims besteht die Möglichkeit, diese ans Fernwärmenetz anzuschliessen. Abhängig vom Ausbau der Netzleitungen pro Quartier sind allfällige Abklärungen nötig. Möchten Sie zu Hause künftig erneuerbare Energie nutzen oder haben Sie Fragen zu unserem Angebot? Wir stehen Ihnen gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung.